Philosophischer Essay Sinn Des Lebens

Thema: Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Dieser Aufsatz soll im allgemeinen eine kleine, leicht verständliche Lektüre darstellen, die für den einen oder anderen vielleicht sogar ein wenig hilfreich ist und zum weiteren Nachdenken anregt. Ich habe mir diese Fragestellung ausgesucht, da ich sie für die wichtigste philosophische Frage halte und deshalb denke, dass ich mit diesem Aufsatz den größten Interessentenkreis, den es geben kann, nämlich alle und jeden, ansprechen kann. Leider ist diese Frage auch die am unsichersten zu beantwortende, denn nicht viele werden auf die Frage, "Was ist der Sinn des Lebens ?" eine definitive Antwort geben können. Deshalb werde ich auch im Verlauf dieses Aufsatzes einige Philosophen hinzuziehen und deren Meinung bezüglich der Frage erläutern. Hauptsächlich aber benutze ich die individuellen Antworten der Laien, denn angesichts dieser Frage wird ein jeder zum Philosophen.

Als Ergebnis wünsche ich mir eine breit gefächerte Antwort auf diese Frage geben zu können, um womöglich jeden Lebenssinn des Einzelnen aufgeführt zu haben. Dieser Wunsch kommt aber nicht aus der sicheren Überzeugung, denn es wäre anmaßend einen allgemein gültigen Sinn des Lebens vorgeben zu wollen.

Ich denke, ich sollte euch an dieser Stelle erläutern, was ich allgemein für sinnvoll in unserem Tun und Machen halte. Nach Richard Taylor ist jede Handlung sinnvoll, solange sich am Ende dieses Tuns ein Ergebnis zeigt. Dem stimme ich zu, formuliere dies aber noch etwas aus und ergänze einige Dinge, wie folgt. Meiner Meinung nach ist alles mehr oder weniger sinnvoll, was wir machen, solange es keinem schadet. Es gibt natürlich Abstufungen. Es ist weniger sinnvoll, abends in die Disco zu gehen, als nach Afrika zu fliegen und sich dort an Hilfsprojekten aktiv zu beteiligen. Aber auch der Discobesuch ist nicht unbedingt sinnlos, da er zum Wohlgefühl der betreffenden Person führt und keinem Individuum schadet. Das heißt, es muss nicht immer offensichtlich sein, dass man etwas sinnvolles tut, aber sobald man auch etwas für die positiven Emotionen, wie zum Beispiel Spaß, Freude und Liebe macht, ist dieses Tun für mich immer etwas Positives und somit etwas Sinnvolles. Weiter noch halte ich die Erfüllung von Wünschen des Einzelnen für sehr wichtig, denn durch diese Erfüllung wird auch das Wohlgefühl gestärkt und ein inneres Wohlgefühl trägt zum harmonischen und zufriedenen Leben mit sich selbst und mit anderen bei. Harmonie und Zufriedenheit werden durch positive Emotionen hervorgerufen und deshalb ist jeder Weg, der zur Ereichung der genannten Emotionen führt, immer sinnvoll. Das alles steht natürlich unter dem Aspekt, dass der gewählte Weg keinem anderen Individuum Schaden zufügt. Sobald ich mich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftige, fallen mir sofort zwei andere philosophische Fragen ein, nämlich "Weshalb leben wir?" und "Wer bin ich?". Um die Frage nach dem Sinn des Lebens überhaupt angehen zu können, besteht die Notwendigkeit diese weiteren Fragen zu beantworten, denn die Informationen, die die Beantwortungen dieser Fragen geben, beeinflussen die individuellen Sinne sehr stark. Ich denke, ich beantworte die Frage "Weshalb leben wir?" an dieser Stelle kurz, denn sie lässt nur zwei mögliche Antworten zu, die wohl auch niemand in Frage stellen wird.

Zum Ersten will ich auf die Evolutionstheorie eingehen, für die auch ich plädiere. Vieles wissen wir heute über die Entstehung dieses Planeten, doch vieles ist uns immer noch verborgen. Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Erde durch den Urknall entstand. Das Weitere fasse ich jetzt grob zusammen, da es für diesen Aufsatz vollkommen ausreichend ist. Also, nach dem Urknall entstanden im Laufe der Zeit Land und Wasser. Es entwickelte sich Leben im Wasser und später auch auf dem Land. Irgendwann entstanden die Säugetiere und unter ihnen befand sich auch eine Affenart genannt Ramapithecus. Diese gilt als erster Vorfahr des heutigen Menschen. Das heißt, wir leben schlicht und einfach dank einer Reihe von Zufällen.

Dem gegenüber steht die christliche Religion bzw. die Bibel, die uns als Beweis dient, anzunehmen, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschuf, Pflanzen wachsen ließ und Tiere zum Leben erweckte. Außerdem bildete er erst einen und später einen zweiten Menschen, die uns unter den Namen Adam und Eva bekannt geworden sind und schon damals genauso weit entwickelt gewesen sein sollten, wie wir heute. Wir wurden mit der größten Intelligenz unter den Lebewesen ausgestattet und haben den von Gott uns zugedachten Auftrag, die Aufsicht über die Erde zu übernehmen, zu erfüllen. Das heißt, dass wir kein Produkt von einer Aneinanderreihung von Zufällen sind, sondern mit voller Absicht ins Leben gerufen worden sind.

Diese beiden Theorien der Entstehung des Menschen spielen eine wichtige Rolle, besonders bei der individuellen Beantwortung der zu behandelden Frage, denn es ist von großer Bedeutung, ob wir nur durch Zufall oder mit Absicht die Chance bekommen haben zu leben.

Die zweite Frage "Wer bin ich?" werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgreifen.

Ich möchte meine Behauptung, dass die Frage welchen Sinn das Leben beinhaltet, die wichtigste sei, so begründen: Ich denke, die Wichtigkeit dieser Frage wird allein schon durch das Interesse eines jeden Menschen, eine Antwort bezüglich dieser Frage zu finden, bestätigt, denn wer hat diese Fragestellung , wenn auch noch so nebensächlich, nicht schon einmal behandelt, sobald er begann rational und vernünftig zu denken? Ich habe jedenfalls noch keinen getroffen, der meinte:"Sinn des Lebens. Warum sollte ich mir darüber gedanken machen. Ich lebe und das reicht mir." An dieser Stelle möchte ich eine provozierende These formulieren, über die es sich meiner Meinung nach lohnt, nachzudenken: Vielleicht wäre es sogar besser, wir würden uns nicht so oft mit dieser Frage quälen und uns ein Beispiel an dem oben zitierten imaginären Menschen nehmen. So würden wir dem Sinn des Lebens vielleicht viel näher kommen.

Leider oder zum Glück, das sei dahin gestellt, befassen wir uns schon seit Jahrtausenden mit dieser Frage und, wie könnte es anders sein, auch großen Philosophen bereitete diese Frage immer wieder ein Anlass, den Denkapparat einzuschalten und mit der Zitierung einiger möchte ich beginnen, dem Sinn des Lebens auf den Grund zu gehen.

Als ersten Philosophen führe ich an dieser Stelle Aristoteles an. Dieser formulierte seine These folgendermaßen:"Wohlbehagen der vernunftbegabten Seele ist der Sinn des Lebens." Die vernunftbegabte Seele ist in diesem Fall die Seele des Menschen, denn kein anderes Lebewesen besitzt eine rational oder vernünftig denkende Seele. Hinzu kommt, dass Pflanzen bzw. andere Tiere gar nicht in der Lage sind über ihren Sinn Überlegungen anzustellen. Theorethisch sind die Gedanken Aristoteles´ ziemlich simpel, denn als Vorraussetzung für ein sinnvolles Leben ist ganz einfach die Zufriedenheit des Einzelnen mit sich und seinem Leben. Wie schwer es aber in der Praxis ist, eine vollständige Zufriedenheit bzw. ein vollkommenes Wohlbehagen zu erlangen, hat wohl jeder schon erfahren.

Epicur hat eine ähnliche Lebenssinnvorstellung wie Aristoteles. Er bezeichnet einfache Freude als Erfüllung des Lebenssinns. Das heißt, um sinnvoll zu leben, solle ein hoher Spaßfaktor das Leben beherrschen.

Fromm unterteilt den Sinn des Lebens. Er gibt einen klaren Sinn für die Allgemeinheit vor und er lässt den Sinn für den Einzelnen weitestgehend offen. Das Leben der Allgemeinheit, der Gruppe ist dann sinnvoll, wenn Vernunft, Liebe und Produktivität herrschen. Vernunft und Liebe seien Vorraussetzungen, ohne die ein zivilisiertes Zusammenleben von einer großen Gruppe, wie der Rasse der Menschen gar nicht möglich wäre. Das drückt aus, das wir mit Liebe zu unserer Rasse und mit Vernunft eine Gesetzesform schaffen müssen, die das gemeinsame leben und überleben ermöglicht. Produktivität sei der eigentliche Sinn unseres Daseins.

Jeder Einzelne habe aber die Aufgabe sein Leben selbst so sinnvoll zu gestalten, wie es ihm als richtig erscheint.

Taylor bezeichnet das Leben als Sinn des Lebens. Das Leben sei eine gigantische Maschine, die läuft und läuft und sich selbst in Gang hielte, indem sie immer wieder neues Leben produziere. Klarer ausgedrückt, würde das bedeuten, dass jedes Lebewesen lebt, um das Weiterleben seiner Gattung zu ermöglichen.

Ayer beschreibt den Sinn des Lebens als eine Aufgabe, die jeder Mensch zu erfüllen versuchen sollte. Er meint, das Leben habe nur den Sinn, den wir ihm geben können. Dabei müsse man für sich selbst entscheiden, was man für erstrebenswert hielte. Außerdem sei ein jeder für sein Leben selbst verantwortlich und sei niemandem Rechenschaft schuldig. Das heißt, jeder müsse selber erkennen, für wie sinnvoll er sein Leben hielte und welchen Sinn er seinem Leben geben möchte. Ayer persönlich betrachtet Emotionen und Dinge wie Liebe, Freundschaft, Wissbegierde und die Herstellung sowie den Genuss von Kunstwerken als sinnvoll. Grundlegende Prinzipien der Moral sind, laut Ayer, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück.

An dieser Stelle greife ich meine zurück gestellten Frage wieder auf, denn hier möchte ich die individuellen Lebenssinne darlegen. Auf den ersten Blick erscheint die Frage "Wer bin ich?" ziemlich unsinnig, denn was sollte man anderes darauf antworten, wie zum Beispiel ich heiße soundso, bin dann und dann geboren und wohne da und da. Damit würde aber nichts über die eigentliche Person ausgesagt sein, denn eine Person wird durch seinen Character, seine Ziele und seine Erfahrungen gekennzeichnet. Um seinen eigenen Sinn des Lebens erfahren zu können, ist es von Nöten, seine Ziele zu kennen, das bedeutet, zu wissen, was man in seinem einmaligen Leben erreichen möchte und auf welchen Weg man an das selbst gesteckte Ziel kommen möchte. Die Erfahrungen, die bis dato schon gemacht wurden, tragen natürlich zur eigenen Lebenssinnvorstellung bei, da man dadurch Impressionen bekommen hat, die einen das ganze Leben prägen werden.

Die einen sind bei ihren Überlegungen zu sehr samaritischen oder religiösen, die anderen wiederum zu sehr egoistischen, pessimistischen oder optimistischen Vorstellungen über den Sinn des Lebens gekommen. Der Weg, der zur Erfüllung dieses Sinnes führt, ist natürlich vom Sinn geprägt und wird daher auch entweder samaritisch, religiös, egoistisch, optimistisch oder pessimistisch sein.

Religiöse Mitglieder unserer gigantischen Gemeinschaft werden meistens schneller und sicherer eine Antwort auf diese Frage geben. Sie glauben an die zweite aufgeführte Entstehungstheorie und wissen, dass sie mit einem Sinn durch Gott bedacht worden sind.

Ich denke, ein Grund weshalb so vielen Menschen die Religion und der Glaube an die Bibel auch heute, im Zeitalter der Genetik und des Computers, noch so wichtig ist, ist der Strohhalm an den sie sich klammern können, der ihnen Halt und Sicherheit bei der Beantwortung solcher Fragen, wie der nach dem Sinn des Lebens gibt und den sie in eben diesem Glauben finden. Sie haben die Sicherheit, dass die Menschheit gewollt und deshalb auch mit einer Aufgabe bedacht ist, die jedes menschliche Leben sinnvoll macht. Leider oder zum Glück besitzt nicht jeder so einen Strohhalm.

Pessimisten oder vielleicht auch besser ausgedrückt Realisten bezeichnen das Leben als eine andauernde Arbeit. Diese Bezeichnung ist natürlich in keiner Weise ermutigend und verkörpert nichts sinnvolles. Aber wie ist es denn? Müssen wir nicht stündlich in irgendeiner Weise arbeiten, um uns die Chance auf ein wenigstens äußerlich gutes Leben nicht zu nehmen?

Ich halte jegliches Leben generell für sinnlos. Dabei stimme ich besonders den Gedanken Taylors zu. Das Leben hat kein Ziel, es ergibt sich kein Ergebnis, welches ich für erstrebenswert halte, um dafür zu leben. Die Vorstellung von einer Maschine, die immer weiter läuft, finde ich metaphorisch gesehen sehr zutreffend. Im Moment versuche ich meinem Leben einen Sinn zu geben, indem ich für ein, für mich emotional gesehen, sinnvolles Leben lebe.

Nach dem objektiven Betrachten dieser Lebenssinne oder des Nicht- Vorhandenseins dergleichen, stellt sich mir die Frage, weshalb die Menschheit noch lebt. Sobald ich mir die aufgeführten Sinne sachlich durch lese, erscheint mir kein Sinn in irgendeiner Weise sinnvoll. Hier, am Ende meines Essays bin ich mir sicher, dass es leichter und sinnvoller ist, so zu leben, wie meine imaginäre Person von vorhin. Leichter auf jedenfall, da man einfach leben kann, ohne darauf achten zu wollen, wie sinnvoll die getane Handlung denn sei und sinnvoller deshalb, da ich denke, dass ein eher blindes, sich nicht mit dieser Frage befassendes Leben sinnvoller ist, als eines, welches sich zusätzlich zur allgemeinen Sinnlosigkeit des Lebens auch noch mit einer derartigen sinnlosen Frage befasst. Sinnlos ist für mich die Frage geworden, da ich merkte, dass es keine sinnvolle Antwort darauf gibt. Sinnlose Antworten setzen sinnlose Fragen voraus.

An dieser Stelle möchte ich noch einen Weg vorschlagen, der nach Meinung vieler das Leben auf jedenfall erfreulich und lebenswert, aber natürlich nicht weniger sinnlos macht. Versucht bei jeder Gelegenheit die Chance zu nutzen, euch bzw. anderen die Möglichkeit auf eben dieses Leben zu schaffen. Lernt so viel wie möglich, versucht so viel Wissen wie möglich über unsere gesamte Umwelt zu erlangen und vergesst niemals euch selber Spaß und Freude zu verschaffen. Das erlangte Wissen hält den Geist wach und hilft euch mit den meisten Situationen souverän umgehen zu können. Spaß und Freude halte ich mindestens für ebenso wichtig, denn diese Emotionen lassen das Leben als einigermaßen sinnvoll erscheinen, lenken aber zumindest von der bestehenden Sinnlosigkeit ab.

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Die Frage nach dem Sinn des Lebens beinhaltet die auf einen Zweck gerichtete (teleologische) Bedeutung des Lebens im Universum an sich. Im engeren Sinn erfragt sie die biologische und sozio-kulturelle Evolution und insbesondere die Bestimmung des Homo sapiens. Im engsten Sinn forscht sie nach der „Deutung des Verhältnisses, in dem der Mensch zu seiner Welt steht“.[1]

Sie ist eng verbunden mit den Fragestellungen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Warum sind wir hier auf Erden?“ und weiter: „Wie sollen wir leben, um unseren Daseinszweck zu erfüllen?“ Hierbei wird diskutiert, ob diese durch eine äußere Institution vorgegeben ist, etwa ein göttliches Gebot, ob ein bestimmtes Verhalten der Natur entspringt, dass z. B. der Mensch dem Zweck der Fortpflanzung oder der Arterhaltung folgt, oder ob er gefordert ist, autonom ein selbstbestimmtes Leben zu führen und sich einen Lebensweg zu wählen, den er als sinnvoll erachtet.[2] Sinnvoll erscheint ein Leben dann, wenn es einer idealen Wertvorstellung entspricht.[3]

Problematik der Fragestellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zumeist wird die Frage nach dem Sinn des Lebens so verstanden, dass nach einem bestimmten Zweck gefragt wird, dem das Leben dienen soll, oder nach einem bestimmten Ziel, das angestrebt werden soll. Genauso kann nach dem Wert, dem Nutzen oder der Bedeutung des Lebens gefragt werden. Viele Missverständnisse bei den Versuchen, einen solchen Zweck zu bestimmen, haben ihre Ursache darin, dass versäumt wird, die Begriffe Sinn und Leben eindeutig und klar zu definieren. Hinzu kommt, dass man bezweifeln kann, ob eine vernünftige Antwort überhaupt möglich ist. Günther Anders hat dazu geschrieben: „Warum setzen Sie eigentlich voraus, dass ein Leben, außer da zu sein, auch noch etwas haben müsste oder auch nur könnte – eben das, was Sie Sinn nennen?“[4]

Ein anderer Autor unterscheidet zuerst die Begriffswelt: „Sinn und Zweck“, das wird oft zusammen gebraucht. Ziel ist fern, Zweck ist nah. Sinn ist tief, Zweck ist flach. Ziel ist erreichbar, Sinn nicht. Sex im Alter ist zwecklos, aber nicht sinnlos. Sinn ist ein Füllstand in einem Gefäß – ein „erfülltes Leben“, sagt man.[5]

Eine Verständigung über das mit „Lebenssinn“ Gemeinte setzt zunächst eine sprachliche Klärung und Eingrenzung voraus.[6] „Sinn“ ist ein mehrdeutiger Begriff, er kann entweder als teleologischer Sinn oder als rein sprachlicher Begriff („Sinn“ als Bedeutung einer Aussage) aufgefasst werden.[7] Auch der Begriff „Leben“ muss geklärt werden, denn es kann das „Leben“ als biologisches Phänomen – insbesondere eines Kollektivs höherer Lebewesen (vgl. hierzu Anthropisches Prinzip) – oder das „Leben“ eines einzelnen Individuums gemeint sein.

Gründe für die Sinnfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fragestellung nach dem Sinn des Lebens ist offenbar nur dem Menschen zu eigen. Schon in der antiken Philosophie hat man festgestellt, dass er offenbar das einzig bekannte sprachbegabteVernunft- und Verstandeswesen (zoon logon echon) ist, das die Voraussetzungen für eine selbstbezügliche Sinnreflexion vorweisen kann.

Der Mensch als gesellschaftliches Wesen ist mit der Erziehung, Ausbildung, dem Berufsleben usw. stets in Beziehung zu anderen Menschen und wird von klein auf zur Nützlichkeit, zur Arbeit, zu sinnvollem Handeln, zu einem sinnvollen Leben angehalten, oftmals ohne dieses ausdrücklich als Sinn seines Lebens benannt zu bekommen.

Viele Menschen stellen sich die Frage nach dem Sinn des Lebens im Alltag in der Regel nicht, solange die eigene Lebensführung nicht zweifelhaft oder fragwürdig wird. Häufig kommt es zu einer existenziellen Sinnkrise, wenn Ereignisse nicht mehr in das vorhandene Sinnkonzept integriert werden können: z. B. durch Enttäuschungen, Unglücke oder die Anforderungen eines neuen Lebensabschnitts. Die Folge ist oftmals der Beginn oder die Wiederaufnahme der Reflexion über den Lebenssinn, zu denen dann auch Fragen wie die nach dem Glück oder gar dem Sinn des Leidens gehören. Wenn eine Person ein kritisches Ereignis bewältigt, das zu einem Sinnverlust geführt hatte, findet sie für es häufig auch einen Sinn (s. Sinnfindung).

Der Tod macht das eigene Leben fraglich.

Viele Menschen, die sich an die Psychotherapie wenden, betrachten den Sinnverlust als Krankheit und äußern die Hoffnung, ihrem Leben einen neuen Sinn geben zu können.[8] Die Empfindung völliger Sinnlosigkeit des eigenen Daseins, zusammen mit einem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ und der inneren Leere, kann auch ein Symptom einer (schweren) Depression sein.[9]

Metasinn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine grundsätzliche Schwierigkeit bei der Auseinandersetzung mit den Fragen nach Lebenssinn ist die prinzipielle Möglichkeit des menschlichen Verstandes, einen einmal angenommenen Standpunkt wiederum zu hinterfragen oder auch die Urteilsperspektive potenziell beliebig zu wechseln (vgl. Relativismus). Die Suche kann darum scheinbar endlos fortgesetzt werden (vgl. infiniter Regress), bzw. es entsteht der Eindruck, dass die Frage nicht – oder nicht endgültig  – zu beantworten wäre (Thomas Nagel[10]). „Der Sinn des Lebens ist ein sinnvolles Wort; aber es läßt sich nichts Sinnvolles aussagen.“[11] Einige Sinnangebote erweisen sich aufgrund von Dogmatisierung oder Immunisierungsstrategien als mit Hilfe rationaler Argumente nur schwer oder gar nicht innerhalb ihres eigenen Systems kritisierbar. Ebenso lässt sich in manchen ideologischen Lehren kaum eine oder keine immanente theoretische Lücke entdecken. Die Beurteilung solcher Sinnangebote kann aber mittels externer Maßstäbe erfolgen.

Ein Problem, das in einer unendlichen Rekursion münden kann, ist die Frage, warum die meisten Sinnsuchenden nie nach dem Sinn der Lebenssinn-Frage selbst fragen: Warum stellen sich viele Menschen überhaupt die Frage nach dem Sinn ihres Daseins? Warum drängt es viele Menschen so sehr, sie zu beantworten? Was ist eigentlich der Gewinn oder der Verlust, wenn sie beantwortet oder nicht beantwortet wird? So könnte auch eingewendet werden, dass es sinnlos sei, so viel Zeit und Arbeit auf die Lösung dieses „Rätsels“ zu verwenden. Auf der anderen Seite scheint die Erklärung für das Sich-Stellen dieser Frage auf der Hand zu liegen: Fragt man nach dem Sinn, dann deswegen, weil er verlorengegangen ist – ohne diese „Verlorenheit“ (Uneigentlichkeit nach Heidegger[12]) würde sich die Frage gar nicht erst stellen; es ist der Sinn einer jeden Frage, ihre Antwort zu finden.

Reaktionen auf die Sinnfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Negative Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stellen der Frage nach dem Sinn des Lebens muss nicht zwingend eine positiv bestimmte Antwort nach sich ziehen. Verschiedenen psychologischen Ansätzen nach wählen viele Menschen den Weg der Verdrängung. Sie weichen einer Auseinandersetzung mit der Sinnfrage und letztlich auch mit sich selbst aus. So „funktionieren“ sie zwar im Alltag unauffällig weiter, doch haben sie, im Wortlaut der Existenzphilosophie, eine Existenzform der Uneigentlichkeit (Martin Heidegger), d. h. eine nicht authentische Lebensweise gewählt.

Eine andere Reaktion ist der Zynismus. Davon spricht man, wenn Menschen zwar eine große Sinnleere in ihrem Leben empfinden, das Leiden daran jedoch unterdrücken. Ihr Leben wird dann nur noch von Sachzwängen und dem Selbsterhaltungstrieb vorangetrieben (Peter Sloterdijk[13]).

Wenn kein Sinn (mehr) im Leben gefunden bzw. gesehen werden kann, ist die Verzweiflung, so bei Kierkegaard, eine mögliche Reaktion. In einer solchen Verfassung droht das Leben zu scheitern. Ihre Ausprägungen können Depressionen und Suizid sein, d. h. eine chronische oder akute Lebensunfähigkeit, -verneinung oder -verweigerung.

Weiterhin gibt es (vor allem im Existentialismus) die Auffassung, das Leben habe keinen Sinn an sich (was a priori weder als gut noch als schlecht bewertet werden könne), so z. B. bei Albert Camus, für den das Leben grundsätzlich absurd ist.[14] Wie Camus in Der Mythos des Sisyphos ausführt, widerspreche diese Vorstellung allerdings nicht notwendigerweise der Bejahung des Lebens und dem Glück des Menschen, das gerade in den nie endenden Anstrengungen gegen eine absurde Welt gefunden werden könne.

Theodor W. Adorno charakterisierte in seinem Werk Negative Dialektik die Frage nach dem Sinn des Lebens als eine der letzten, in denen die Kategorien der Metaphysik in der Welt nach dem Holocaust weiterlebten. Ihr Anspruch auf Objektivität widerspreche aber nahezu jeder Antwort, die erst subjektiv zu erschaffen und zu affirmieren wäre. Die Frage selbst sei Symptom einer objektiv sinnlosen Welt, in der Sinn für das subjektiv-individuelle Leben fehle. „Was ohne Schmach Anspruch hätte auf den Namen Sinn, ist beim Offenen, nicht in sich Verschlossenen; die These, das Leben habe keinen, wäre als positive genauso töricht, wie ihr Gegenteil falsch ist; wahr ist jene nur als Schlag auf die beteuernde Phrase.“[15] Nicht durch einen Sinneswandel hin zur Erfüllung, sondern nur durch die objektive Abschaffung des die Versagung erzeugenden Prinzips könne das menschliche Dasein von seiner Leere kuriert werden.

Positive Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenssinn kann aber auch zu positiven Antworten führen. Voraussetzung für eine Antwort auf die Sinnfrage ist dabei die Annahme einer gewissen Freiheit des Menschen, den Sinn seines Lebens selbst zu (er)finden oder aus (z. B. von Gott) vorgegebenen Möglichkeiten zu wählen.

Für die Mehrzahl der Glaubensrichtungen ergibt sich der Sinn verbindlich aus ihren (z. B. auf Offenbarung zurückgehenden) Grundwahrheiten. Einige Institutionen erheben ein Monopol auf die Sinnfrage und geben vor, was das Lebensziel zu sein hat und welche Rechte und Pflichten sich daraus für den Einzelnen ergeben. Eine in gewisser Weise ähnliche Situation kann sich auch in (im weitesten Sinne) totalitären sozialen Gemeinschaften oder Staaten vorfinden. Allerdings gehört es zum Wesen des Totalitarismus, den Menschen seine Sichtweise aufzuzwingen, während wahrer Glaube stets ein (Hilfs-)Angebot ist, das in Freiheit angenommen oder ausgeschlagen werden darf.

Nach Viktor Frankl kann der Mensch seinem Leben prinzipiell in jeder Situation Sinn abgewinnen oder geben, solange er bei Bewusstsein ist. Der ehemalige KZ-Häftling zieht aus dem Holocaust andere Schlussfolgerungen als Adorno und stellt fest: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“[16] Dies gilt selbst für Extremsituationen. „Was ist der Mensch? Er ist das Wesen, das immer entscheidet, was er ist. Er ist das Wesen, das die Gaskammern erfunden hat; aber zugleich ist er das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist, aufrecht und ein Gebet auf den Lippen.“[17] Ähnlich wie Frankl sah Karl Jaspers in der Freiheit und dem Bewusstsein der Verantwortung den entscheidenden Impuls, „der hier wie überall in der Aktivität des Daseins die Grenzsituationen überwindet, der ein positives Bewußtsein von den Grenzsituationen schafft, der das Erleben von Sinn, von Halt, von Notwendigkeit gibt, der daraus Kräfte für konkrete Lebensaktionen schöpft, sie aber nie verbindlich und zureichend in gegenständlicher Form für andere aussprechen kann.“[18] Eine wirklich freie Entscheidung können die meisten aber nur dann treffen, wenn ihre Grundbedürfnisse erfüllt sind (Abraham Maslow). Hunger, Durst, Schmerz, Angst, Unfreiheit usw. können daher sehr schnell zu einem Verlust an wahrgenommenem Lebenssinn führen. Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse darf jedoch nicht mit der von diesen grundsätzlich unabhängigen Sinnsetzung bzw. -findung verwechselt werden.

Steht die eigene Person im Zentrum der Suche nach dem Lebenssinn, so können Wünsche nach Befriedigung körperlicher, materieller, sozialer und geistiger Bedürfnisse dominieren. Der Sinn kann z. B. im Streben nach Macht, Besitz, Ansehen, sowie Fortpflanzung, erfüllter Partnerschaft oder Selbstverwirklichung gesehen werden. Eine andere Ausprägung liegt vielleicht in der Suche nach Erkenntnis oder persönlicher Entwicklung.

Eine weitere Ausrichtung des Lebenssinns entsteht durch die Bedeutungsgebung im Hinblick auf andere Menschen bis hin zur Menschheit oder allgemein der Umwelt. Konkret kann es sich dabei etwa um Hilfe im weitesten Sinne handeln: die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten, alltäglich gelebte Mitmenschlichkeit oder auch um soziales oder politisches Engagement. Oftmals orientiert sich das Handeln an einem Ideal (z. B. Liebe, Harmonie oder Gerechtigkeit). Hermann Hesse formulierte hierzu: „Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe: das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“[19] Ähnlich ausgerichtet ist die Formulierung von Dag Hammarskjöld: „Wage das Ja – und Du erlebst Sinn. Wiederhole das Ja – und alles bekommt Sinn. Wenn alles Sinn hat, wie kannst Du anderes leben als ein Ja.“[20]

Wird die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht in menschlichen Belangen gesucht, so kann sie auch in philosophischen oder spirituellen Angelegenheiten gefunden werden. Fragen nach dem Sinn oder Ursprung allen Seins (Ontologie) spielen hier häufig eine Rolle, möglicherweise stehen die Suche nach Erleuchtung oder das Streben nach der Vereinigung mit dem Absoluten bzw. Gott im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck könnte etwa Philosophie studiert, einer bestimmten Religionsgemeinschaft beigetreten, ein spezieller spiritueller Weg beschritten oder einem geistigen Vorbild nachgefolgt werden.

Antworten der Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auffassungen über den Sinn des Lebens, die in der Geschichte der Philosophie dargelegt und begründet wurden, können als repräsentativ für die nicht-religiösen Ansichten gelten. Einige der Antworten, die im Laufe der Zeit auf die Frage nach dem Lebenssinn gegeben wurden, sollen hier im Folgenden vorgestellt werden.

Antike und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sinn des Lebens bestand in der Philosophie der Antike in der Hauptsache in der Erlangung der Glückseligkeit(eudaimonía). Diese wurde gemeinhin als das höchste, erstrebenswerteste Gut angesehen. Unterschiede in den philosophischen Schulen ergaben sich vor allem aus der Definition dessen, was unter Glück zu verstehen sei, und der Art und Weise, wie man glaubte, dass dieses erreicht werden könnte.[21]

Nach Platon (Politeia) besteht die unsterbliche menschliche Seele aus drei Teilen: der Vernunft, dem Mut und den Trieben. Nur wenn diese drei Seelenteile im Gleichgewicht sind und sich nicht gegenseitig widersprechen, kann der Mensch glücklich sein. Dann erreicht er die Gerechtigkeit als höchste der Kardinaltugenden. Der höchste Sinn liegt in der philosophischen Reflexion: „Ein Leben ohne Selbstprüfung verdient nicht gelebt zu werden.“[22]

Sein Schüler Aristoteles betrachtete die Glückseligkeit nicht als statischen Zustand, sondern als ein stetiges Tätigsein der Seele. Vollkommenes Glück kann der Mensch nur im kontemplativen Leben (bios theoretikos), d. h. im Philosophieren bzw. im wissenschaftlichen Forschen finden.

Die Stoa identifizierte das Erreichen der Tugend mit der Glückseligkeit. Nur der Weise, der im Einklang mit der Ordnung des Kosmos lebe, frei von Affekten, Wünschen und Leidenschaften und gleichgültig gegenüber dem eigenen äußeren Schicksal, könne den Endzustand der Apathie erreichen. Diese Unempfindlichkeit gegen die Wechselfälle des Lebens, die stoische Ruhe, bedeute das einzige Glück.

Für Epikur wiederum lag der Sinn des Lebens in der (vornehmlich nicht-sinnlichen) Lust, die im Ideal der Seelenruhe (Ataraxie) besteht. Die maßvolle Befriedigung der Grundbedürfnisse bildete für ihn die Basis der besonders erstrebenswerten geistig-seelischen inneren Freuden. Voraussetzungen für die Glückseligkeit waren die Überwindung von Angst und Schmerz. Seine Empfehlung war auch ein Rückzug aus der Öffentlichkeit in einen kleinen Kreis von Freunden.

Das Mittelalter schließlich war die Zeit, in der in Europa das Christentum dominierte, das in dieser Zeit das Monopol auf die Sinnangebote besaß. Die Kirche lehrte, dass nur das Befolgen der sakralen Gebote dem Leben einen Sinn geben könne.[23] Im späten Mittelalter verlagerte sich der Schwerpunkt von der eher kollektiven auf eine individuellere Form des Lebenssinns, der in der persönlichen Nachfolge Christi und der mystischen Vereinigung mit Gott schon zu Lebzeiten gesucht wurde. Stark verkürzt kann man aus Sicht des Mittelalters als den Sinn des Lebens das ewige Leben, also die ewige und maximal mögliche Gemeinschaft mit Gott, angeben. „Die christlich-abendländische Metaphysik war eines der großen Gehäuse, in dem Menschen auf Erden ihre Platzanweisung und damit ihre Einfügung in einen größeren Sinnzusammenhang erhalten haben.“[24]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch zu Beginn der Neuzeit orientierten sich die meisten Menschen noch an der christlichen Lehre. Erst die Aufklärung begann die auf Frömmigkeit und Traditionen vertrauende, autoritätsgläubige Geisteshaltung kritisch zu hinterfragen. Der Mensch sollte sich wieder seines eigenenVerstandes bedienen (sapere aude!) und die Verantwortung für sein eigenes Leben selbst übernehmen, statt sich auf weltliche oder kirchliche Institutionen zu verlassen.

Immanuel Kant kritisierte die herkömmlichen Vorstellungen von Glück, da diese bedeuteten, dass jeder den unvorhersehbaren Schwankungen seiner eigenen wechselhaften Triebe, Bedürfnisse, Gewohnheiten und Vorlieben ausgeliefert sei. Auch der Freiheit, der Unsterblichkeit und Gott könne man sich im Wege der Vernunft nicht nähern. Man könne sie allein postulieren. Kant forderte stattdessen, dass sich der Mensch freiwillig den Gesetzen der Moral (kategorischer Imperativ) unterwirft. Dadurch könne ein selbstbestimmtes (autonomes), vernünftiges Leben geführt werden, in dem sich immerhin Zufriedenheit erreichen lasse. „Um der Sinnhaftigkeit der Sittlichkeit willen und um der Sinnhaftigkeit der Welt willen müssen wir Gott und Unsterblichkeit postulieren: Die ethische Bestimmung des Menschen fordert seine Weiterdauer.“[25]

Auch der Determinismus hatte Auswirkungen auf die Debatte um den Sinn des Lebens. Deterministen behaupten, dass ein Zustand der Welt zusammen mit den Naturgesetzen jeden weiteren Zustand der Welt festlegt. Nicht wenige Philosophen waren und sind der Auffassung, dass dies einen freien Willen unmöglich mache. Wenn der Weltverlauf schon feststehe, so könne man sich nicht mehr frei für eine Handlung entscheiden. Doch damit, so wurde weiter argumentiert, drohe auch der Sinn des Lebens zu einer Farce zu werden. Schließlich könne man sich einen Sinn dann nicht mehr aus freier Entscheidung geben und für seine Erfüllung sorgen.

In Arthur Schopenhauers philosophischer Konzeption ist das Leben durch das Prinzip des Willens geprägt. Dieser Wille sei kein individueller Wille, sondern ein metaphysisches Grundprinzip, das sich als Resultat des unbewussten und ziellosen Dranges des Willens in allen bekannten Erscheinungen manifestiere. Dies ist für ihn gleichbedeutend mit Leiden, da das Wollen des Menschen niemals dauerhaft zufriedenzustellen sei. Nur der ästhetischeGenuss, die Versenkung in Kunst und Musik könne den Menschen in einen Zustand der reinen Anschauung versetzen, in dem das Leiden aufgehoben ist.

Stark befördert wurde die Sinnfrage durch die sich im 19. Jahrhundert ausbreitende Religionskritik. So fragte Ludwig Feuerbach: „Verliert nicht das Leben gerade durch das Jenseits, in dem es erst einen Sinn finden soll, allen Sinn, allen Zweck?“[26] Aus der gleichen Perspektive problematisierte Søren Kierkegaard in Entweder – Oder die Bedeutung des Lebens für die Existenz des Menschen.[27]

Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen völlig anderen Ansatz vertrat Friedrich Nietzsche. Nach seiner Analyse lebte er in einer Zeit, die er als zerrissen betrachtete, geprägt vom inneren Verfall. Gott war für den Menschen kein Leitbild mehr (Gott ist tot). „Das verehrende Herz zerbrechen, als man am festesten gebunden ist. Der freie Geist. Unabhängigkeit, Zeit der Wüste. Kritik alles Verehrten.“[28] Diese Haltung ist der Nihilismus, die Zeit der absoluten Wert- und Sinnlosigkeit. „Denken wir diesen Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: “die ewige Wiederkehr.” Das ist die extremste Form des Nihilismus: das Nichts (das “Sinnlose”) ewig!“[29] Um diesem zu entkommen sah Nietzsche die Aufgabe des Menschen darin, einen höher entwickelten Menschentypus hervorzubringen: den Übermenschen. Dieser soll hart und ohne jedes Mitleid gegen sich selbst und andere sein. Sein Lebenszweck besteht darin, aus seinem Leben und aus der Menschheit ein Kunstwerk zu formen. Er forderte: „wozu Du da bist, das frage dich: und wenn Du es nicht erfahren kannst, nun so stecke Dir selber Ziele, hohe und edle Ziele und gehe an ihnen zu Grunde“[30] Ähnlich wie Max Stirner betrachtete er den Egoismus als ein Korrektiv zum Ethizismus von Kirche und Staat, die den Sinn des Lebens in einer höheren Ordnung verorten, dem sich der Einzelne unterzuordnen hat.[31]

In der LebensphilosophieWilhelm Diltheys, der die Geschichtlichkeit des Menschen betonte, kommt vor allem der Philosophie die Aufgabe zu, den Stand der geistigen Entwicklung zu reflektieren und damit dem Denken der jeweiligen Epoche einen Sinn zu geben. „Philosophie ist das Umfassendste, die allseitigste jener Funktionen, durch die der menschliche Geist zum Bewußtsein seiner Zwecke gelangt: Sinn des Lebens und Universums. Der immer rege Zusammenhang des menschlichen Geistes mit sich selbst. Das Letzte, das Höchste der menschlichen Kultur überhaupt.“[32]Lutz Geldsetzer merkt hierzu an: „So sieht Dilthey implizit in der Philosophie jedenfalls die ausschlaggebende Macht in der Geschichte, durch die und mittels derer der Mensch in der Kultur über sein erkennendes Verhältnis zur Welt, seine ‚Wertbestimmungen des Gefühls’ und die Willenshandlungen in der ‚Führung des Lebens und der Leitung der Gesellschaft’ Klarheit gewinnt und sich Rechenschaft abgibt.“[33]

Der Existenzialismus beschäftigte sich besonders intensiv mit der Problematik des Lebenssinns. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass es jedem Menschen aufgegeben ist, frei zu wählen und zu entscheiden, was er mit seinem Leben tun will. Jean-Paul Sartre formulierte hierzu: „Frei sein heißt zum Freisein verurteilt sein.“[34] Der Mensch ist in die Welt „hineingeworfen“ worden und müsse sich nun selbst definieren. Das bedeutet: Der Mensch sei nichts anderes als das, wozu er sich selbst macht. Er konzipiert ständig neue Entwürfe von sich, die er dann (nach)lebt. Diese totale Freiheit bedeute aber auch die Bürde einer vollständigen Verantwortung für sich und sein Handeln, denn das eigene Leben könne durch keine andere, höhere Instanz mehr entschuldigt werden.[35]

Der modernen analytischen Sprachphilosophie, wie sie sich auf Wittgenstein beziehen lässt, schien unklar, welchen Status Aussagen über das, was man tun oder nicht tun soll, haben können. „Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems. (Ist nicht dies der Grund, warum Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde, warum diese dann nicht sagen können, worin der Sinn bestand?)“ (TLP 6.521)[36] Er konzedierte aber, dass der Mensch im religiösen Glauben einen Sinn finden kann: „An einen Gott glauben, heißt sehen, daß es mit den Tatsachen der Welt noch nicht abgetan ist. An Gott glauben, heißt sehen, daß das Leben einen Sinn hat.“[37] Vor allem Bertrand Russell betonte, dass man dem objektiven Naturprozess keinen Sinn entnehmen könne.[38] Damit geriet die Sinnfrage in einen Raum individueller Entscheidung außerhalb eines strenger zu fassenden philosophischen Projekts. Sie trennt aus dieser Perspektive daher den Bereich des Lebens von den Bereichen, in denen die Philosophie aus ihrer Sicht Antwort zu geben vermag.

Die Logotherapie von Viktor Frankl ist eine Methode der Psychotherapie, um Menschen von krankmachender Sinnleere zu befreien. Denn wenn der Mensch seinen Willen zum Sinn in der Lebenspraxis nicht zur Geltung bringen kann, entstehen bedrückende Sinn- und Wertlosigkeitsgefühle.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drohende Auslöschung der Menschheit durch einen globalen Krieg, das mögliche Ende des Fortschritts, die zunehmend sichtbar werdende Zerstörung der Umwelt, die warnende Prophezeiung vom Ende des Wachstums und der Wegfall der Wertesysteme (wie im Holocaust) in der westlichen Hemisphäre haben im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem gesellschaftlichen Phänomen geführt, das häufig als allgemeine Sinnkrise bezeichnet wurde. In ihrem Gefolge gewannen auch skeptische Positionen stark an Bedeutung. So vertrat etwa Emil Cioran eine existentielle Skepsis, die von einem „Dasein ohne Endergebnis“ ausgeht. Die Argumente des Zweifels an jedem Lebenssinn drohen hier allerdings stets zur völligen Verzweiflung zu führen.

Obwohl die Naturwissenschaften sich – dem positivistischen Verständnis gemäß – nicht mit metaphysischen Sinnfragen beschäftigen, oder metaphysische Sinnfragen gar für sinnlos erklären, werden aus ihren Ergebnissen Folgerungen für die Beantwortung eschatologischer Fragen abgeleitet. So sieht beispielsweise Hoimar von Ditfurth den Sinn des Lebens untrennbar mit dem Sinn der kosmischen Evolution verknüpft.[39]

Der moderne Hedonismus betont in der Nachfolge der Utilitaristen und klassischen Hedonisten das Erleben und Erstreben von sinnlicher Lust. Der Lebenssinn liege in der Befriedigung von Bedürfnissen. Intensive, reizvolle und angenehme Lustempfindungen werden aktiv gesucht und nach Möglichkeit gesteigert. Die Verrechnung von Lust und Unlust soll dabei für das Individuum möglichst zu jedem Zeitpunkt ein positives Gesamtergebnis aufweisen.

Wieder an Aristoteles anknüpfend stellt Martha Nussbaum die Frage nach einem guten Leben in den Mittelpunkt ihres Denkens. Sie warnt vor der Zerbrechlichkeit des guten Lebens und hat in Zusammenarbeit mit Amartya Sen ein Konzept entworfen, in dem sie konkret zu bestimmen versucht, welches die Befähigungen sind, die ein Mensch benötigt, um ein gutes Leben führen zu können.[40][41] Ähnlich bezieht sich auch Alasdair McIntyre auf die Tugendlehre des Aristoteles.[42]

Antworten der Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verschiedenen Religionen geben unterschiedliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, die hier – geordnet nach Verbreitung – nur kurz skizziert werden sollen. Die Abschnitte beschreiben jeweils die Sicht der entsprechenden Religion.

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Christentum ist durch die Apostel begründet worden, die in der Nachfolge Jesu von Nazaret das Evangelium verkündeten. Der Überlieferung nach war er der Sohn der Jungfrau Maria, der Frau eines jüdischenHandwerkers mit Namen Joseph. Als Gottes Sohn und Messias verkündigte er das kommende Reich Gottes und erlöste die Menschen von Sünde und Tod durch seinen freiwilligen Tod am Kreuz und seine Auferstehung. Durch dieses stellvertretende Opfer können die Menschen Vergebung für ihre Sünden erlangen, sofern sie die so begründete Gemeinschaft mit Gott für sich persönlich im Glauben annehmen.

Der Sinn des Lebens im Christentum ist es, diese Gemeinschaft mit Gott und untereinander im Leben wie im bzw. nach dem Tod zu pflegen. Voraussetzung ist hierzu das Leben in Liebe, die innere und äußerliche Umkehr (Buße) und den Glauben an die Erlösung durch Jesus Christus, wie sie in der Bibel beschrieben wird, voraussetzt. Mit der Wiedergeburt bzw. der Taufe beginnt das von der Sünde und dem Tod erlöste Leben, das sich in Gebeten, Sakramenten und guten Werken fortsetzt.

Dietrich Bonhoeffer sah den Sinn des Lebens vor allem in der Nachfolge Christi:

„Wir meinen, weil dieser oder jener Mensch lebt, habe es auch für uns Sinn zu leben. In Wahrheit ist es aber so: Wenn die Erde gewürdigt wurde, den Menschen Jesus zu tragen, wenn ein Mensch wie Jesus gelebt hat, dann und nur dann hat es für uns Menschen einen Sinn zu leben […] Der unbiblische Begriff des Sinnes ist ja nur eine Übersetzung dessen, was die Bibel ‚Verheißung‘ nennt.“[43]

Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Islam wurde durch Mohammed begründet, der als Sohn eines Händlers im heutigen Saudi-Arabien geboren wurde. Der Überlieferung nach erschien ihm der Erzengel Gabriel und übermittelte ihm die Verse des Korans. Der Islam sieht sich als Fortsetzung und Wiederkehr einiger Ursprungsreligionen (Judentum, Christentum) in korrekter und vollendeter Form.

Der Sinn des Lebens im Islam besteht darin, Allah zu dienen und sein Wohlgefallen zu erreichen. Dies wird im Koran in der Sure 51, Vers 56 so beschrieben: „Und die Menschen und die Dschinn habe ich erschaffen, nur damit sie mir dienen.“ Dazu dienen u. a. der feste Glaube an Gott und seine Vorsehung, die Überwindung schlechter Eigenschaften und falscher Ideen, verantwortliches Handeln, Eintreten gegen Ungerechtigkeit und das Vollbringen guter Taten.

Hinduismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hinduismus besteht aus verschiedenen Wegen ohne gemeinsame Gründerfigur oder allgemeingültige kanonisierte Heilige Schrift. Die einzelnen philosophischen Auffassungen haben teilweise verschiedene Konzepte hinsichtlich der Lehre von Leben, Tod und Erlösung. Ebenso unterschiedlich sind die Konzepte vom Sinn des Lebens. Für viele bedeutet es ein Leben nach den traditionellen „vier Lebenszielen“, nämlich Artha (Wohlstand), Kama (Begierde), Dharma (Pflicht, Moral) und schließlich als letztes Ziel Moksha, die Erlösung. Für die Anhänger der monistischenAdvaita-Lehre bedeutet Moksha ein Aufgehen in das „kosmische Bewusstsein“, ins Brahman. Für die Anhänger der Dvaita-Lehre hat die Gottesliebe (Bhakti) einen zentralen Stellenwert, Erlösung bedeutet für sie ewige Gemeinschaft mit Gott.

Buddhismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begründer des Buddhismus, Siddhartha Gautama, lebte der Überlieferung nach vor etwa 2500 Jahren als reicher Fürstensohn unbekümmert und von allen Unannehmlichkeiten ferngehalten in einem Palast. Er wehrte sich gegen diese Abschottung. Als er sie als junger Heranwachsender überwand und sich der Realität des unausweichlichen Leidens („Dukkha“) und Todes stellte, erkannte er die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. Er beschloss, nach einem Ausweg aus dem Leiden zu suchen, und fand seinen eigenen Weg durch Meditation. Im Ringen um Erlösung erreichte er schließlich die oft ungenau als „Erleuchtung“ bezeichnete Einsicht (Bodhi „Erwachen“) in die Ursache des Leidens und deren Aufhebung.

Der Sinn des Lebens im alten Buddhismus ist es, dem Kreislauf der Reinkarnationen im Samsara durch das Eingehen in das Nirvana zu entkommen, in das völlige Verlöschen[44] – was das Verlöschen der Sinnfrage logisch einschließt. In der Lehre der Buddhisten wird alles Leben und Tun als schließlich zum Leiden führend entlarvt. Hierfür wird die Gier nach Leben, Macht und Lust als ursächlich erkannt. Nur die völlige Auslöschung dieser Gier kann zur Überwindung des Leidens[45] führen.

Im Verlauf der langen Entwicklung des Buddhismus entstand eine Vielzahl buddhistischer Schulen und Strömungen, die zum Teil sehr verschiedene Methoden als Wege zur Befreiung aus dem Kreislauf des Leidens anwenden. Allen buddhistischen Traditionen ist der sogenannte „Edle Achtfache Pfad“ gemein.

In den späteren Schulen des Mahayana-Buddhismus wird vorrangig nicht die Erlösung der eigenen Person durch das Eingehen ins Nirvana angestrebt, sondern die Idealexistenz eines Bodhisattva, der zunächst den anderen Lebewesen hilft, sich aus dem endlosen Kreislauf zu retten, um erst danach selbst ins Nirvana überzugehen.

Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des Volkes der Juden. In der Geschichte des Judentums entstanden eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien, deren Einhaltung von Juden mehr oder weniger erwartet wird, um in Einklang mit der jüdischen religiösen Gemeinschaft und ihrem Glauben zu sein.

Der Sinn des Lebens im Judentum besteht in der Einhaltung der göttlichen Gesetze, d. h. in der Ehrfurcht vor Gott und seinem Willen. Die Regeln und göttlichen Gebote („Mitzwa“) sind im Tanach gesammelt, der in Talmud und Midraschim diskutiert und ausgelegt wird.

Theologisch-naturphilosophische Spekulationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilhard de Chardin und Frank Tipler sehen einen teleologischen Sinn in der Evolution des Universums, deren Ende von beiden als Omegapunkt bezeichnet wird.

In den naturphilosophischen Arbeiten Teilhard de Chardins um 1930 ist Leben im Kosmos ein schöpferischer Vorgang in Richtung immer höherer Organisiertheit, die von Gott bewirkt wird. Ziel dieser Entwicklung ist die absolute Liebe, die in Jesus Christus vorweggenommen wurde. Die „Radiale Energie“ der Evolution – und damit auch die Menschheit – mündet schließlich im „Punkt Omega“. Der Sinn des Lebens jedes Einzelnen ist demnach die Teilhabe an der Entwicklung der „absoluten Liebe“.

Der Kosmologe Frank J. Tipler veröffentlichte 1994 eine auf einer ähnlichen Vorstellung aufbauende Omegapunkt-Theorie, nach der der Sinn des Lebens darin besteht, die in der kosmischen Geschichte vollendete Gottheit zu schaffen. Nach dieser These ist Gott sowohl Ziel als auch Ursprung der Evolution des Universums. Im Big Crunch lässt Gott aus Agape das Universum und alle jemals existent gewesenen geliebten Lebewesen, nunmehr „geheilt“, als perfekte Simulation virtuell auferstehen. Die Partizipation an der Evolution der menschlichen Kultur im Universum ist demnach Sinn des einzelnen Lebens.

Sicht der Soziologischen Systemtheorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Niklas Luhmann ist Sinn das universale Medium der Formbildung sozialer und psychischer Systeme.

Physische, soziale und psychische Systeme bilden Formen. Zur Formenbildung benötigen sie ein Medium. So wie für physische Systeme die Gegenstände, mit denen sich die Physik befasst, ein universales Medium zur Bildung von Formen sind, so ist Sinn das universale Medium, mit dem soziale und psychische Systeme Formen bilden können.

Zu den Formen, die im Medium Sinn geformt werden können, gehören zum Beispiel alle Sinnentwürfe, alle Fragen nach dem Sinn und alle Antworten darauf.

Im Medium Sinn gibt es mögliche Formen (die noch nicht aktualisiert wurden) und aktualisierte (tatsächlich verwirklichte) Formen. Soziale Systeme erleben diesen Unterschied und handeln, indem sie aus möglichen Formen wählen (selektieren) und sie zu aktualisierten Formen werden lassen. Die Differenz zwischen möglichen und aktualisierten Formen ist überhaupt der Grund für das Erleben und Handeln sozialer Systeme. Und Sinn als Medium für Formen ist die Voraussetzung dazu.

Sozialkompetenzsystem (Social Credit System)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Leben einen Sinn abzugewinnen ist das Eine, ihn umzusetzen das Andere. Die globalen Herausforderungen bis hin zu den Gefahren der Selbstvernichtung der Menschheit machen die Frage nach dem Sinn des Lebens dringlicher denn je und die damit verbundenen moralischen Anforderungen an jeden Einzelnen.

China will bis 2020 ein Sozialkompetenzsystem einführen, um jeden Bürger zu moralisch gutem Verhalten anzuhalten. Mittels Big Data wird eine Bürgerbewertung angestrebt, die so gut wie alle Belange des gesellschaftlichen Lebens betreffen soll.[46] Bei vollständiger Umsetzung ist ein Überwachungsstaat zu befürchten, der sogar noch umfassender und gefährlicher wäre als derjenige aus George Orwells Roman "1984".

Humoristische und zynische Antworten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die ewige Grundfrage des Menschen gibt es viele weitere Antworten, dazu gehören auch folgende nicht vollständig ernst zu nehmende:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen August Alt: Wenn Sinn knapp wird. Über das gelingende Leben in einer entzauberten Welt. Campus, Frankfurt am Main / Wien 1997, ISBN 3-593-35684-8. (Diskussion verschiedener historischer und moderner Sinnangebote)
  • Johanna J. Danis: Sinnführung. Vorträge Dezember 1997 – Mai 1999, Edition Psychosymbolik, München 2000, ISBN 3-925350-74-8.
  • Viktor Frankl: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk. 17. Auflage. Piper, München 2004, ISBN 3-492-20289-6(Die Logotherapie beschäftigt sich besonders mit der Sinnfrage).
  • Terry Eagleton: Der Sinn des Lebens. Ullstein, Berlin 2008, ISBN 978-3-550-08720-2.
  • Christoph Fehige, Georg Meggle, Ulla Wessels (Hrsg.): Der Sinn des Lebens. 5. Auflage. dtv, München 2002, ISBN 3-423-30744-7. (Hervorragende Zusammenstellung wichtiger Quellentexte)
  • Hartmut Gese: Die Frage nach dem Lebenssinn. Hiob und die Folgen. In: Alttestamentliche Studien. Mohr, Tübingen 1991, S. 170–188, ISBN 3-16-145699-8 (Pp) / ISBN 3-16-145739-0 (Gb).
  • Bernulf Kanitscheider: Auf der Suche nach dem Sinn. Insel-Taschenbuch, Frankfurt am Main / Leipzig 1995, ISBN 3-458-33448-3.
  • Peter Lauster: Der Sinn des Lebens. Econ, Düsseldorf, u. a. 1991, ISBN 3-430-15911-3.
  • Horst-Joachim Rahn: Zum Sinn des Lebens. Windmühle, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86451-005-2
  • Hans Reiner: Der Sinn unseres Daseins. Herausgegeben und bearbeitet von Norbert Huppertz. Pais, Oberried 2004, ISBN 978-3-931992-21-7.
  • Manfred Spitzer: Vom Sinn des Lebens: Wege statt Werke. Schattauer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-7945-2563-8.
  • Pirmin Stekeler-Weithofer: Sinn (Grundthemen Philosophie). de Gruyter, Berlin / Boston 2011, ISBN 978-3-11-025415-0.
  • Paul Tiedemann: Über den Sinn des Lebens. Die perspektivische Lebensform. WBG, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-12030-2(Systematisierung verschiedener Typen von Sinnkonzepten).
  • Reinhard Lauth: Der Sinn des Daseins, Jerrentrup, München 2002, ISBN 3-935990-02-2 (Facsimile der Habilitationsschrift Universität München [1948], 381 Seiten).
  • Tatjana Schnell: Psychologie des Lebenssinns. Springer 2016, ISBN 978-3-662-48921-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑Herbert Frohnhofen zitiert P. Tiedemann, S. 2, These 7 (PDF).
  2. ↑Volker Gerhardt: Stichwort Sinn des Lebens. In: HWPh, Band 9, 1995.
  3. ↑Friedrich Schleiermacher: Über den Wert des Lebens. (1792/93, posthum), G. Meckenstock (Hrsg.): Kritische Gesamtausgabe. Band I/1, de Gruyter, Berlin/New York, S. 391 ff.; William James: Is life worth living? In: The will to believe, and other essays in popular philosophy. Longmans, Green & Co., New York 1897.
  4. ↑Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. Band II, C. H. Beck, München 1980, ISBN 3-406-47645-7, Kapitel Die Antiquiertheit des Sinns, S. 369: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution..
  5. ↑Jürgen Beetz: Eine phantastische Reise durch Wissenschaft und Philosophie: Don Quijote und Sancho Pansa im Gespräch, Kapitel 13: Diskurs über den Sinn des Lebens. Alibri, Aschaffenburg 2012, S. 234.
  6. ↑Christoph Fehige, Georg Meggle, Ulla Wessels: Vorab. In: dies. (Hrsg.): Der Sinn des Lebens. 5. Auflage. Dtv, München 2002, S. 14.
  7. ↑Fredrik Agell: Die Frage nach dem Sinn des Lebens: Über Erkenntnis und Kunst im Denken Nietzsches. Wilhelm Fink, München 2006, S. 135.
  8. ↑Harry Stroeken: Psychotherapie und der Sinn des Lebens. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 30.
  9. Psychologie: Depression – die Krankheit mit dem Mangel an Sinn. In: Welt online, abgerufen am 19. Februar 2012
  10. ↑Thomas Nagel: Das Absurde. Kapitel 2 In: Über das Leben, die Seele und den Tod. Hain, Königstein 1984.
  11. ↑Ludwig Marcuse: Philosophie des Un-Glücks. Diogenes, Zürich 1981, S. 233 (Ursprünglich: Pessimismus. Ein Stadium der Reife. Rowohlt, Hamburg 1953)
  12. ↑Martin Heidegger: Sein und Zeit. §§ 9 und 45.
  13. ↑Peter Sloterdijk: „In dem Augenblick, in dem unser Bewußtsein reif wird, die Idee des Guten als eines Zieles fallenzulassen und sich dem, was schon da ist, hinzugeben, wird eine Entspannung möglich, in der das Auftürmen von Mitteln zu Gunsten imaginärer, immerferner Ziele sich von selbst erübrigt. Nur vom Kynismus her läßt sich der Zynismus eindämmen, nicht von der Moral aus.“ In: Kritik der zynischen Vernunft. Band 1, Suhrkamp, Frankfurt 1983, S. 367.
  14. ↑Albert Camus: Das Absurde entsteht aus dieser Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftwidrig schweigt. In: Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde. Rowohlt, Hamburg 1959, S. 56.
  15. ↑Theodor W. Adorno: Negative Dialektik. Suhrkamp, Frankfurt 1966, S. 370.
  16. ↑Viktor Frankl: Psychotherapie für den Laien. Rundfunkvorträge über Seelenheilkunde. 4. Auflage. Freiburg 1973, S. 67.
  17. ↑Viktor Frankl: … trotzdem Ja zum Leben sagen. Kösel, München 1977, S. 108.
  18. ↑Karl Jaspers: Psychologie der Weltanschauungen. Springer, Berlin 1919, S. 272–273.
  19. ↑Hermann Hesse in einem Brief vom 16. Juni 1956 an Marianne Wedel, abgedruckt in: Hermann Hesse: Lieben, das ist Glück. Gedanken aus seinen Werken und Briefen. Liebe, Glück, Humor und Musik. Zusammengestellt von Volker Michels, Suhrkamp, Frankfurt 2008, S. 7
  20. ↑Dag Hammarskjöld: Zeichen am Weg, zitiert nach: Reinhard Lettmann: Wage das Ja zu dir selbst, zum Mitmenschen, zu Gott. Butzon & Bercker, Kevelaer 1994
  21. ↑Wilhelm Schmid: Das schöne Leben. Was es heißt, den „Sinn des Lebens“ zu finden. In: der blaue reiter, Ausgabe 8
  22. ↑Platon: Apologie des Sokrates. 38 a
  23. ↑Aaron J. Gurjewitsch: Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen. Beck, München 1997, S. 102; Robert Spaemann spricht von einer mittelalterlichen „theologischen Teleologie“: Naturteleologie und Handlung. Hermann Krings zum 65. Geburtstag mit Dank. In: Zeitschrift für philosophische Forschung. Bd. 32, H. 4 (Okt. – Dec., 1978), S. 481–493.
  24. ↑Helmut Gollwitzer: Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Christian Kaiser Verlag, 10. Auflage München 1985, S. 90
  25. ↑Helmut Gollwitzer: Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Christian Kaiser Verlag, 10. Auflage München 1985, S. 94–95
  26. ↑Ludwig Feuerbach: Die Unsterblichkeitsfrage vom Standpunkte der Anthropologie. (1846) In: W. Schuffenhauer (Hrsg.): Gesammelte Werke. Band 10, S. 282.
  27. ↑Søren Kierkegaard: Entweder/Oder. Ein Lebensfragment. (1843), II. Abschnitt: Das Gleichgewicht zwischen dem Ästhetischen und dem Ethischen in der Herausarbeitung der Persönlichkeit, dtv, München 1975.
  28. ↑Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente Sommer–Herbst 1884 (26 | 47)
Hamlet, auf Sinnsuche mit Yoricks Schädel
Engel begleiten die Seelen ins Jenseits.

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